Hallo liebe „Jazz we can“-Freunde,

Das neue Jahr startete in guter Tradition mit Joscho Stephan, der mit seinem Trio die Konzertreihe in 2024 eröffnete und das Publikum zu stehenden Ovationen hinriss. Jetzt warten bereits weitere Highlights auf die Musikfreunde. Am Samstag, den 17. Februar wollen Frank Haunschild und Matthias Strucken mit lyrischen Melodien, vielschichtigen Harmonien und facettenreichen Klangfarben die Gäste in ihren musikalischen Bann ziehen. Als nächstes wird am Samstag, den 16. März das Michelle Walker Quartett mit meditativ souligem Jazz zu Gast sein. Im Sommer findet wieder das „Jazztival“ im Stöffel-Park in Enspel statt. Wir freuen uns auf viele neue und auch bereits vertraute Gesichter, die in den Westerwald kommen werden. Alle weiteren Informationen dazu bekommen Sie in der Vorankündigung auf dieser Webseite immer aktuell und wenn Sie unseren „Jazz we can“-Newsletter abonnieren. Für weitere Fragen rufen Sie bitte an unter der Telefonnummer 02661 939606 oder schreiben Sie eine E-Mail an info@ergotherapie-ruppert.de

 

 

>>> Samstag, 17. Februar 2024, 20:00 Uhr

Frank Haunschild meets Matthias Strucken – lyrische Melodien, vielschichtige Harmonien und facettenreiche Klangfarben

Foto: Frank Haunschild von Dieter Stork

Foto: Matthias Strucken von Marc Brenken

Mit Frank Haunschild und Matthias Strucken treffen sich zwei Meister ihres Fachs, deren Musik lyrische Melodien, vielschichtige Harmonien sowie facettenreiche Klangfarben vereinen. Dabei mischen sich akustische und elektrische Gitarrensounds mit den mal zarten, mal perkussiven Tönen des Vibraphons. So abwechslungsreich die beiden mit ihrer musikalischen Palette umgehen, so vielseitig sind sie auch in ihrem Repertoire: Jazzige
und poppige Eigenkompositionen wechseln sich mit lateinamerikanischen Stücken und bekannten Standards des Great American Songbook ab.

Frank Haunschild gehört zur internationalen Gilde der Jazz-Gitarristen und Komponisten und hat sich auch als Dozent, Professor und Buchautor einen Namen gemacht.

Matthias Strucken ist auf nationaler Ebene einer der gefragtesten Jazz-Vibraphonisten im Mainstream Jazz und ebenfalls als Dozent, Hochschullehrer und Komponist bekannt.

Frank Haunschild – Gitarren
Matthias Strucken – Vibraphon

 

 

>>> Samstag 16. März 2024, 20.00 Uhr

Michelle Walker Quartett – meditativ souliger Jazz

Fotos: Michael Arlt (Volker Lesch), RudiEngel (LukasDiller), Jean Marc Robin (J. Robin)

Michelles Walkers Stimme und Phrasierung ist in Stil und Interpretation im Jazz wie im Soul verankert. Das warme Timbre ihrer Stimme geht unter die Haut - mit Können und viel Experimentierfreude macht sie auch aus vertrauten Stücken immer wieder unverwechselbare und von ihrer Persönlichkeit geprägte Musik. Zusammen mit der immer wieder virtuosen Jazzgitarre von Michael Arlt - oder seiner akustischen Gitarre bei brasilianischen Stücken - geht es auf die Reise zwischen Improvisationen, arrangierten Passagen, Vocal-Scat-Soli und mit Texten versehenen Vokaliesen über berühmte Jazzsoli. Mal hemmungslos swingend, dann wieder interaktiv in gleichzeitigen Improvisationen oder rhythmisch akzentuierend in Stücken von brasilianischen Komponisten spielt das Quartett stets mitreißend. Zwischen meditativen Augenblicken und beinahe halsbrecherischen Interpretationen zieht die Musik die Zuhörer in den Bann und erzeugt Gänsehautmomente. Mal spannend, mal entspannt: Ein besonderes musikalisches Zusammentreffen!

Michelle Walker über Michelle Walker: „Ich singe Jazz. Ich liebe Musik. Ich bin Sängerin, Zuhörerin, Gestalterin und Dozentin. Wenn ich Jazz singe, zeige ich in jedem Stück, was es mir bedeutet. Denn Jazzgesang ist meine Ausdrucksform. Ich erzähle durch meine Art zu singen, welcher Film in meinem Kopfkino läuft. Jeder Ton ruft bei meinem Publikum Bilder und Emotionen hervor, jeder Song wird zum einzigartigen Hörerlebnis. Wenn ich Jazz lehre - als Dozentin an der Musikhochschule Würzburg und Gesangscoach - vermittle ich neben den musikalischen Fertigkeiten das für mich wirklich Besondere des Jazzgesangs: die große musikalische Freiheit, die er uns Musikerinnen und Musikern bietet.

Mein Gesang, mein Stil, mein Jazz. Vertrauen – Konflikt – Mut – Vergebung – Hoffnung – Respekt: Meine Themen sind alle Aspekte von Beziehungen. Und die finde ich in Jazzstandards wieder. Ich mache mich mit jedem Song ganz und gar vertraut. Die Texte werden zu meinen Worten. Meinen Gesang würde ich mit Modern Vocal Jazz beschreiben, den ich gerne auch mit anderen Musikstilen wie Pop und Soul verbinde. Hören kannst du das auf einigen CDs und immer wieder live bei meinen Auftritten mit unterschiedlichen Combos.

Michelle Walker – Gesang
Michael Arlt – el. & ak. Gitarre
Rudi Engel – Kontrabass
Jean-Marc Robin/Uli Kleideiter – Schlagzeug

 

 

>>> Samstag 27. April 2024, 20.00 Uhr

Hotel Bossa Nova – mit neuem Album „Trés Maneiras“

Foto: Frank Widmann

Angeführt von der charmanten Liza da Costa, einer Sängerin mit indisch-portugiesischen Wurzeln, fokussieren sich Hotel Bossa Nova auf dem achten Album „Cruzamento“ (Portugiesisch für „Kreuzung“) auf eine unnachahmliche Mixtur aus manch jazzigen Spielarten, kombiniert mit Fado, Samba und natürlich, dem Namen sei es geschuldet, der sinnlichen Saudade des Bossa Nova. Wurde so eine Kombination vor nicht allzu langer Zeit noch ein wenig hilflos als World Jazz beschrieben, so benötigen Hotel Bossa Nova diese Schublade längst nicht mehr. Denn die Wiesbadener begründeten mit ihrer stilistischen Vielfalt, die hier, selbst nach fünfzehn Jahren Bandgeschichte, immer noch überzeugend dabei aber erfrischend unprätentiös zusammenkommt, ihr ganz eigenes Genre. Liza da Costa, Sängerin und Texterin von Hotel Bossa Nova, zeigt sich in ihrem leidenschaftlichen Gesang (in Portugiesisch und Englisch), abwechselnd sanft und rauh, dabei aber immer sinnlich wie rhythmisch und ist somit die ideale Leadsängerin. Denn Liza’s Stimme ist wie geschaffen, um mit solch schöpferischen Talenten, wie den drei virtuosen Instrumentalisten Tilmann Höhn (Gitarre), Alex Sonntag (Bass) und Wolfgang Stamm (Schlagzeug), derart zauberhafte und aufregend intensive Musik wie es das exzellente „Cruzamento“ bietet, zu kreieren.

Liza da Costa – Gesang
Alexander Sonntag – Kontrabass
Tilmann Höhn – Gitarre
Jens Biehl – Schlagzeug

 

 

 

>>> Samstag 18. Mai 2024, 20.00 Uhr

VickiKristinaBarcelona – Interpretationen der Musik von Tom Waits von drei Multiinstrumentalistinnen

Foto: Albie Mitchell

Drei New Yorker Frauen, im „Best Ager Alter“ fanden sich zusammen, um eine der interessantesten New Yorker Formationen zu bilden. Frauenbands sind im Rock & Popgeschäft immer noch unterrepräsentiert und dann noch in einem Alter von um die 60 Jahre. Früher saß man dann hinter dem Ofen und strickte Wollstrümpfe, heute rocken sie die Bühnen der Welt. In der Modebranche sind „Best Ager“-Agenturen voll im Trend, eigene Zeitungen entstehen. Carolin Kebekus setzt sich ja mittlerweile auch für Frauen im Musikbusiness, veranstaltet sogar ihr eigenes Festival in Köln. Ein Thema mit großer Zukunft. Bei der VKB Band können sie sehen, was drei Multiinstrumentalistinnen mit ihrer großen Liebe zu Tom Waits veranstalten. Der Bandname entstand nach dem Titel des Woody Allen Films, wo es um die Beziehung von drei Frauen und einen Mann ging. Hier bei diesem spannenden Musikprojekt ist es genauso. Drei Frauen und die Musik von Tom Waits, ein reizvolles Thema, was sie bereits auf zwei kleineren Europatourneen vorstellen konnten. Vor allem möchten VKB den Einfluß der Co-Autorin Kathleen Brennan, Tom Waits Frau, in ihren Interpretationen aufzeigen. Alles passt hier zusammen, schrieb ein Kritiker nach der letzten Tournee.

VICKI KRISTINA BARCELONA BAND (NEW YORK), das sind Rachelle Garniez, Amanda Homi und Terry Radigan, ein Power-Trio von gefeierten New Yorker Künstlern, die sich zusammengetan haben, um die Songs von Tom Waits neu zu interpretieren. Mit ihren erhebenden und einfallsreichen Gesangsharmonien und einem Schatz an Instrumenten wie Banjos, Flaschen, Quetschkommoden und Tröten schaffen sie eine Klangwelt, die zugleich kraftvoll, verspielt und ergreifend ist. Jede von ihnen ist eine Mischung aus Geschichtenerzählerin und Multiinstrumentalistin, die ihr jeweiliges Handwerk mit über 100 Jahren Erfahrung im Showgeschäft ausübt. Sie treffen sich an der Kreuzung von Tragödie und Komödie, um die wunderschönen Rohdiamanten der Waits-Songs auszugraben und auf Schritt und Tritt neue Facetten freizulegen.

Amanda Homi, die uneheliche Tochter eines Medizinmannes und einer Varieté-Schauspielerin, verbrachte ihre prägenden Jahre als blinder Passagier und gefragte Nachtclubsängerin in der Unterwelt. Auf ihren Reisen mit dem Dampfschiff sammelte sie eine Sammlung unverwechselbarer und wunderschöner Perkussionsinstrumente sowie ein seltenes Harmonium, das ihr der Maharaja von Jaipur als Bezahlung für ihre berüchtigte Darbietung des argentinischen Flamenco schenkte, der inzwischen als der verbotenste Tanz der Welt gilt.

Terry Radigan, die auf dem Rücksitz eines Checker-Taxis geboren wurde, erlebte eine aufregende Karriere als preisgekrönte Seiltänzerin beim Brooklyn Rodeo, während sie gleichzeitig ihre Fähigkeiten als Gitarristin verfeinerte und nebenbei als Hellseherin für das örtliche Polizeirevier in der Flatbush Avenue tätig war, wo sie sich auf das Empfangen von Botschaften aus dem Jenseits konzentrierte und bei der Festnahme und anschließenden Verurteilung mehrerer berüchtigter Mörder half.

Rachelle Garniez, die als Säugling in einem Akkordeonkasten auf den Stufen einer zum Abriss verurteilten Synagoge in New Orleans ausgesetzt wurde, wurde von einer Karnevalstruppe abgehärteter Flüchtlinge adoptiert und wuchs in einer von Maultieren gezogenen Karawane auf, wo sie auf Hochzeiten und Beerdigungen in ganz Mittel- und Südamerika auftrat. Ihre Spezialnummer mit ballettierten Wildkatzen erregte die Aufmerksamkeit eines Hollywood-Stummfilmproduzenten, der ihr prompt einen lukrativen Vertrag anbot und ihr die Chance gab, der schmutzigen Welt der Nebenschauplätze zu entkommen.

Das zweite Album von VKB („Yesterday Is Here“ oder „In the Neighborhood“), das in New York City aufgenommen wurde, ist die Fortsetzung der Geschichte der exklusiven Beziehung der Gruppe zu den Songs von Tom Waits. Die vergangenen zwei Jahre, in denen sie auf Bühnen in ganz Europa und den USA aufgetreten sind und sich durch die Zwänge des Pandemiezeitalters gequält haben, haben ihnen eine zusätzliche Wertschätzung für die unverfälschte Schönheit und Kraft ihres Sounds und eine unmittelbar berührende Qualität ihrer Musik vermittelt, die sich in der Wärme und Intimität der Aufnahme widerspiegelt.

Terry Radican – Vocals, electric-guitar, Banjo
Rachelle Garniez – Accordion, Guitar, Banjo
Amanda Homi – Vocals, Harmonium, drums, percussion

 

 

>>> Freitag, 14. Juni 2024, 20:00 Uhr

Mrs. Lavenders Jazzkapelle

Mit Mrs. Lavender wurde eine musikalische Kunstfigur geschaffen, die uns in den Blues ihres Seelenlebens und den ihrer Jazzkapelle blicken lässt. In ihrem alten, vollgepackten Koffer bringt sie genau diese Jazzkappelle und einen Hauch von Nostalgie mit auf die Bühne. Dort entfaltet sich ein untypisches Trio aus Hammond, Keyboards, jede Menge Blech und Trommeln, – gepaart mit kreativ-frechen, überwiegend deutschen Texten, spannenden Rhythmen und einer Brise Lavender. „Es schmatzt und es faucht“, mal röhrt ein Bariton daher, vor allem aber wabert und groovt es über Geschichten wie „Die alte Lady“, die einen nachts nicht schlafen lässt, oder den „Doctor“ der in Liebesdingen um Rat gefragt wird, ach – oder weil mal man sich einfach mal nicht zwischen „Fleisch oder Gemüse“ entscheiden kann. Es gibt auch zarte Stücke, rockig-endende Klavierballaden und atmosphärische Wegschweb-Songs, und durchaus auch mal eine lässige Bluesnummer. Zack! Fertig ist ein einzigartiger Crossover-Jazz in dem die Musiker durch ihre Vielseitigkeit jedem Stück eine einzigartige Note verpassen. Ganz klar – ein schubladenfreies Trio, was nach mehr klingt!

Mrs. Lavender – Nadine Altmann (hammond, keys & voc)
Jazzkapelle – Gregor Groß (horns & voc) & Stefan Altmann (dr)

 

 

>>> Samstag 6. Juli 2024, 20.00 Uhr

FAVO

Schon die Instrumentierung des deutsch-belgischen Trios Favo 3 lässt Besonderes erahnen. Eine Bass-Klarinette anstelle von E-Bass und Schlagzeug – Saxofone anstelle von Gitarren oder Tasten – und dazu die Stimme von Sander De Winne.

Musik ist Poesie, die mal schlicht, mal durchdacht, aber zumeist von Liebe und Hingabe geprägt ist. Sie wird von Menschen für Menschen erdacht, komponiert und aufgeführt, um im besten Falle daran zu erinnern, wer wir sind. Dafür muss sie keineswegs phonstark um die Häuser ziehen. Oft sind es gerade die feinjustierten, leisen Töne, denen nachhaltige Wirkung innewohnt. Favo 3, ein Trio, das bereits dreimal auf Albumlänge mit reduzierten Mitteln durch die Freiheit des Jazz und die vitalisierenden rhythmischen und harmonischen Besonderheiten aus vielen Ecken der Welt lustwandelte, definiert die Essenz des empathischen Musikmoments auf seinem vierten Album neu.

Der allgegenwärtigen Perspektivlosigkeit, dem vielen gesellschaftlichen Hauen und Stechen, das unsere Zeit prägt, stellt Favo 3 mit „The Journey Home“ ein konstruktives Wir-Gefühl gegenüber. Soul im klassischen 60’s-Wortsinn, so aktuell und relevant wie damals, als er für Gleichberechtigung und gegen Rassismus stand, prägt die 14 Stücke der neuen Favo 3-Studioeinspielung. Eingespielt mit Instrumenten, die wie Verstärker der drei Musikerseelen klingen, streichelt und umarmt das Sujet der Platte unmittelbar. Die Musik geht in die Tiefe, dringt melodisch und metrisch in jene Körperregionen vor, die emotional besonders empfänglich sind fürs Filigrane.

Zweifellos am Momentaufnahmen-Charakter der Freien Musik geschult, die auch in „The Journey Home“ vorkommt, stellen Favo 3 Harmonien-Offenheit vor abgeklärt-kalkuliertes Hantieren. Als tragende Instrumente finden Saxofon, Klarinette und Stimme einmal mehr zu gleichsam Chamber Soul mit höchst expressiven Dialogen zusammen. Da sind die allumgreifend schönen, melodischen Momente, in denen das Trio das Große im Kleinen findet, und damit Bacharach auf der Fährte ist. „Lovely is s/he“, das „The Journey Home“-Eröffnungsstück, birgt viele solcher Momente, mitsamt Stevie-Wonder-Huldigung am Ende.

Harmonien-Brüche schaffen zusammen mit Arrangement-Krönchen Panoramen, die vor lauter kleinen Details äußerst lebendig pulsieren. Der Erfahrungsschatz, aus dem der Saxofonist Volker Holly Schlott und der Klarinettist Falk Breitkreuz schöpfen, entstand in nunmehr beinahe anderthalb Jahrzehnten Zusammenarbeit. 2009 fanden sie während des Soundchecks einer anderen Band erstmals zusammen. Breitkreuz spielte auf seiner Bass-Klarinette Bass-Lines und Orchestrierungen gleichzeitig, womit Schlott eine wunderbare Grundierung für Soli oder Melodien gegeben war. Das damals entstandene Einstandsalbum trug dann auch den beinahe selbsterklärenden Titel „favo-Riten“.

Auch live ging es gut los in ausgewählten Spielstätten wie dem Eremitage Theater in St. Petersburg, ein Konzert das im Anschluss einer Ost-Afrika-Tour unter der Schirmherrschaft des Goethe Instituts stattfand. Diese Afrika-Tour bedingte endgültig einen Paradigmenwechsel in der Musikauffassung Schlotts. Er wollte raus aus dem Jazz-Milieu, raus aus den verrauchten, engen Kellern hin zu Menschen, die Musik in erster Linie fühlen. Als dann die Produktion des zweiten Albums anstand, tat sich wegen der zunehmend songbasierten Orientierung die Lücke für einen Sänger auf. Sander De Winne aus der belgischen Stadt Gent komplettierte schließlich mit seinem Stimmen-Instrument das bis heute bestehende Favo 3-Line-Up.

Wenn man es so betrachten möchte, ist Favo 3 quasi en passant auch ein europäisches Manifest. Zieht man eine Linie zwischen Berlin, dem Wohnort von Schlott und Breitkreuz, und Gent, ergibt sich eine Ost-West-Achse, ein Dreisprachengemisch, das der Musik eine besondere Würze verleiht. Darin treffen Klagelied aufs Schelmische der Klarinette, während Tröstendes auf Humor trifft. So hat „I Don’t Want To Live On The Moon“ von Jeff Moss etwas tragisch Schönes, das unzähligen Jungs und Mädels in der eigenwilligen Version von Ernie aus der Sesamstrasse Tränen der Rührung in die Augen trieb. Die Wärme in den Arrangements solcher Lieder, sagt Volker Holly Schlott, darf gerne vom Wahnsinn ablenken, der uns aktuell umgibt.

Gebrauchsanweisungen, die schlimmstenfalls vorgeben, was beim Genuss von „The Journey Home“ zu fühlen ist, verteilen Favo 3 selbstverständlich nicht. Das von Keith Jarrett stammende Titelstück würde augenblicklich die Rolle rückwärts machen, appelliert es doch wie praktisch alles auf „The Journey Home“ an die Imagination seiner Zuhörer:Innen. Wer Folkweisen darin wahrnimmt, liegt keineswegs falsch. Wer das Zärtliche aufspürt, befindet sich möglicherweise bereits auf dem Weg zu sich selbst. Und wer sich dabei als jener bunte Vogel empfindet, der auf der Album-Hülle der Eindeutigkeit trotzt, ist bereits mitten im Favo 3-Kosmos, in dem es wenige bis keine Ausschlussverfahren gibt. (Text: Cinaire)

Falk Breitkreuz (D) – Bass clarinet, Alto clarinet, Mbira
Volker Holly Schlotz (D) – Soprano saxophone, C-Melody-Sax, Cajon
Sander De Winne (B) – Vocals, Beatbox

 

 

 

>>> Samstag 10. August 2024, 20.00 Uhr

„Jazztival im Stöffel“ (im Stöffel-Park in Enspel)

 

 

 

>>> Samstag 12. Oktober 2024, 20.00 Uhr

Ron Spielman Trio

Ein Dutzend Alben hat er bereits unter eigenem Namen veröffentlicht, stets begleitet von schwärmerischen Kritiken der Fachpresse. Ehrfurchtsvoll raunen Musikerkollegen seinen Namen, loben seine Qualitäten als Songwriter und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten an der Gitarre. Ron Spielman bereist seit 20 Jahren die Musikwelt. Als Entdecker entlang der Grenzen von Rock, Pop, Blues, Jazz und Folk bleibt er bei aller Ohrwurm-Melodik kantig, immer auf dem schmalen Grat zwischen Zugänglichkeit und Tiefe wandelnd. Nach seinem hochgelobten Instrumentalalbum „Tip of My Tongue“ (2018) präsentierte der Deutsch-Amerikaner und Wahl-Berliner mit „The Rehearsal Sessions“ (2019) und „In A Nutshell – Live at Studio Wong“ (2021) zwei Live-EPs, die ihn und seine Band in Bestform zeigen und eindrucksvoll belegen, was für eine unglaubliche Energie Spielman entfalten kann. Dazu der Trademark-Sound seines Gitarrenspiels, den seine Fans so lieben!

"Wir improvisieren viel. Das macht die Band aus. Manchmal spielen wir uns so in Rage, dass ich mir selbst vorkomme wie ein Zuhörer, der nur noch lauschen will. Für mich gibt es keinen erstrebenswerteren Zustand." (Ron Spielman im Interview mit laut.de). „Musik für erwachsene Rock-Gourmets“, schrieb der Focus einmal und trifft es damit auf den Punkt: Konzerte von Ron Spielman sind etwas für Genießer. Ron Spielman spielte bereits mit Tommy Emmanuel, Beth Hart, Bootsy Collins, der Chick Corea Electric Band, der Climax Blues Band sowie Johnny Guitar Watson und war Tour-Gitarrist von Andreas Kümmert, Flo Mega, Ivy Quainoo und vielen mehr.

Pressestimmen: „Gitarrenmusik des Monats. Das ist Feeling!“ (Gitarre & Bass) – „Stark.“ (Schall Magazin) – „Ein wahrer Ohrenschmaus“ (Guitar) – „Zauberhaft geschmeidig!“ (Concerto) – „Geht sofort ins Ohr.“ (Eclipsed) – „Eine wahrhaft furiose Griffbrett-Fahrt. Klasse!“ (Rocktimes.de)

Ron Spielman (vocals & guitar)
René Flächsenhaar (bass & keys) - u. a. Nena, Tim Bendzko, Udo Lindenberg, Maite Kelly, Heavytones
Julian Külpmann (drums) - u. a. Andreas Kümmert, Nils Wogram

 

 

>>> Freitag 1. November 2024, 20.00 Uhr

Marcus Schinkel Play Bach Reloaded

 

 

 

 

Mit einem Klick auf den Playbutton erklingt die Jazz we can-Hymne, die von Hans Ruppert eingespielt und von Mahmud Uwimana abgemischt wurde.

 

Kinderhörbuch-Publikumspreis des deutschen Buchhandels

Rudyard Kiplings „Das Dschungelbuch“ mit Sprecherlegende Christian Brückner macht den zweiten Platz beim Hörbuch-Publikumspreis des deutschen Buchhandels. Sich die Abenteuer des Wolfsjungen Mogli und seiner Freunde, des klugen Panthers Baghira und des schläfrigen braunen Bären Balu von ihm vorlesen zu lassen, ist auch für große Hörerinnen und Hörer ein Genuss. Für die Deutsche Oper Berlin konzipierten Sebastian Krol und Rüdiger Ruppert ein Erzählkonzert, zu dem Martin Auer die Musik komponierte. Christian Brückner rezitiert den Klassiker, während ein elfköpfiges Jazzorchester den Dschungel musikalisch lebendig werden lässt.

 

Hans Ruppert spielt selbst Gitarre und präsentiert hier seine Musik.